Der Landkreis Lindau gehört zu den Regionen in Bayern, in denen Freiflächen-Photovoltaik zunehmend an Bedeutung gewinnt, denn landwirtschaftliche Grenzertragsflächen und Randstreifen sind häufig wirtschaftlich attraktiver für PV-Nutzung als für Ackerbau. Trotzdem eignet sich längst nicht jede Fläche gleichermaßen. Wer als Eigentümer über eine mögliche Verpachtung nachdenkt, sollte vier Faktoren im Blick haben.
Für eine wirtschaftlich sinnvolle Freiflächenanlage braucht es in der Regel eine zusammenhängende Fläche ab etwa einem Hektar aufwärts: je größer, desto günstiger die Kosten pro installierter Leistung. Genauso wichtig wie die reine Größe ist aber der Zuschnitt: Stark verwinkelte oder schmale Flächen lassen sich technisch schlechter belegen als kompakte, rechteckige Parzellen.
Nicht jede Fläche ist nach dem EEG förderfähig. Grundsätzlich förderfähig sind unter anderem Konversionsflächen, Randstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen sowie in vielen Bundesländern per Landesverordnung freigegebene Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten. Bayern hat hierzu eigene Freiflächenöffnungsverordnungen. Die konkrete Förderfähigkeit einer Fläche sollte immer im Einzelfall geprüft werden.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die reine Entfernung zur nächsten Mittelspannungsleitung oder Trafostation über die Eignung entscheidet. Tatsächlich zählt vor allem, ob am jeweiligen Verknüpfungspunkt tatsächlich freie Kapazität für einen Netzanschluss besteht. Das ist eine Frage, die letztlich nur der zuständige Netzbetreiber verbindlich beantworten kann.
Hangneigung, Verschattung und die Nähe zu Schutzgebieten beeinflussen sowohl die technische Eignung als auch die Genehmigungsfähigkeit. Zusätzlich verlangt die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung (§15 BNatSchG) in der Regel Ausgleichsmaßnahmen, deren Kosten von Anfang an in eine seriöse Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eingerechnet werden sollten.
Fazit: Eine Fläche "sieht auf der Karte gut aus" ist noch keine belastbare Aussage. Erst die Kombination aus Größe, Zuschnitt, Förderfähigkeit, realistischer Netzanschlussmöglichkeit und Naturschutzlage ergibt ein tragfähiges Bild.